Energiekrake E.ON: Beteiligungen an Energieversorgern

Energiekrake E.ON: Beteiligungen an Energieversorgern

Das Abkommen zwischen RWE und E.ON hat weitreichende Konsequenzen für den deutschen Energiemarkt. Der Tausch von ganzen Sparten und der eingestellte Wettbewerb untereinander verschiebt die Machtverhältnisse zugunsten der Energiekonzerne. Besonders eklatant ist das der Fall im Bereich der Endverbraucher*innen. E.ON hat durch den Zugewinn von Kundinnen und Kunden der übernommenen RWE-Tochtergesellschaft innogy rund 14 Millionen Abnahmestellen in Deutschland, das sind knapp drei Mal so viele wie die nachfolgenden Energieversorger EnBW und Vattenfall. Anders ausgedrückt: gut jede*r dritte Stromverbraucher*in in Deutschland ist bei E.ON. Wirkungsvolle Auflagen durch das Bundeskartellamt oder EU-Kommission? Fehlanzeige.

Da nicht immer E.ON draufsteht, wo sich E.ON drin befindet, listen wir folgend auf, welche Tochtergesellschaften zu dem Konzern gehören und welche weiteren Beteiligungen E.ON z.B. bei Stadtwerken besitzt. Die folgende Liste ist noch keinesfalls vollständig, sondern soll eine erste Übersicht darstellen, die wir auch weiter aktualisieren.


Unter den 100prozentigen Tochtergesellschaften von E.ON ist die Westenergie AG das größte und auch wichtigste Unternehmen für den Mutterkonzern. Westenergie-Finanzvorstand Achim Schröder taxiert den Anteil von Westenergie am bereinigten operativen Ergebnis (EBIT) von E.ON auf „schon signifikant über zehn Prozent, es ist aber nicht die Hälfte„.

Der Fokus der Westenergie, dessen Einsatzgebiet größtenteils in NRW und Rheinland-Pfalz ist, liegt auf der Kooperation mit Stadtwerken und Kommunen. So hat E.ON allein mithilfe von Westenergie Anteile an über 130 Stadtwerken und Netzgesellschaften.


Aber auch in vielen anderen Regionen Deutschlands ist E.ON direkt oder über Töchter an vermeintlich kommunalen oder unabhängigen Unternehmen beteiligt oder besitzt diese sogar, beispielsweise:


Eine vollständige Liste ist im E.ON-Geschäftsbericht 2020 ab S. 218 zu finden. Alternativ bzw. ergänzend kann man auch beim eigenen Energieversorger mal auf der Homepage nach den Besitzverhältnissen schauen – allerdings weisen das nicht alle Anbieter im Detail aus.

Diese Vielzahl an Unternehmen zeigt was für eine Marktmacht E.ON bereits besitzt. Auch Minderheitsanteile können effektiv zur Einflussnahme genutzt werden, zum Beispiel durch Sperrminoritäten oder Vorstandsentsendungen. Die Initiative #wirspielennichtmit fordert daher substanzielle Auflagen, die die Marktmacht von E.ON einschränkt. Eine Möglichkeit wäre die Abgabe von Anteilen an Stadtwerken und anderen Regionalanbietern. Die Verbraucher*innen sollen auch in Zukunft nicht nur zwischen E.ON oder einem Subunternehmen von E.ON auswählen können, sondern aus einem großen Pool an unabhängigen Energieversorgern.