RWE – Vom Winde verweht: Eine Kurzanalyse

Anlässlich der Veröffentlichung des RWE Geschäftsberichtes 2020 am 16.03.2021, publizierte EnergyComment im Auftrag von Greenpeace eine eigene Analyse des Großkonzerns aus Essen. Dabei wird unter anderem die Entwicklung der Stromproduktion, der Stromzusammensetzung und der CO2-Emissionen in den letzten Jahren aufgezeigt. Ein besonderes Augenmerk wird jedoch auf den Versuch des Re-Brandings gelegt, d.h. RWE will die öffentliche Perzeption des Energieversorgers als Umweltverschmutzer mit dem eines Bild eines nachhaltigen und umweltfreundlichen Unternehmens ablösen.

Dieses gewünschte Bild entspricht aber keineswegs der Realität, wie die Analyse im Detail herausarbeitet. Einige Punkte sind etwa:

    1. Die fossilen Energieträger sind nach wie vor das Rückgrat des Geschäftsmodells und werden es voraussichtlich noch bleiben möchte RWE bis 2038 Kohlestrom produzieren. Durch den Zukauf von fossilem Erdgasstrom wird dieser Bereich sogar noch ausgebaut.
    2. Mit einem Anteil von 2,2 Prozent am in Deutschland produzierten Ökostrom trägt RWE nur geringfügig zur Energiewende bei – ganz anders bei den konventionellen Kraftwerken, wo das Unternehmen laut Bundeskartellamt sogar an der Schwelle zur Marktbeherrschung steht.
    3. Zuwächse beim operativen Gewinn im Jahr 2020 sind größtenteils auf die konventionelle Stromerzeugung zurückzuführen. Bei steigenden CO2-Preisen im EU-Emissionshandel (ETS) und angesichts des Ausstiegs aus der Atomkraft wird eine mittel- bis langfristige Wiederholung der Ergebnisse nicht einfach.
    4. Der einst in Deutschland dominierende Stromkonzern ist auf dem globalen Markt nur noch ein durchschnittlicher Marktakteur und gilt sogar als ein potenzieller Übernahmekandidat.

 

Für weitere interessante Fakten und Einblicke in den Konzern geht es hier zur Studie.